08. März 2026

Fasten für Anfänger: So läuft eine Fastenkur nach Buchinger ab

Inhalt:

1. Kurzzeitfasten nach Buchinger - wie man profitiert und wer nicht fasten sollte

2. Vorbereitung ist alles - so starten Anfänger entspannt ins Fasten

3. Fasten für Anfänger: Warum und wie der Darm gereinigt wird

4. So laufen die Fastentage nach Buchinger ab

5. Fastenbrechen und Kostaufbau

1. Kurzzeitfasten nach Buchinger - wie man profitiert und wer nicht fasten sollte

Ein Kurzzeitfasten nach der Methode von Dr. Otto Buchinger dauert in der Regel zwischen fünf und zehn Tagen. In dieser Zeit wird nichts Festes gegessen – stattdessen gibt es Flüssignahrung in Form von Gemüsebrühen und verdünnten Obst- und Gemüsesäften.

Außerdem erlaubt sind:

  • Kräutertees
  • stilles Wasser (gern auch aromatisiert, z. B. mit Ingwer oder Zitrone)
  • Zitronenschnitze zum Aussaugen
  • ein Teelöffel Honig pro Tag, aufgelöst in Kräutertee

Klingt erstmal minimalistisch – kann aber erstaunlich viel bewirken.

 

Die positiven Effekte einer Fastenkur nach Buchinger

Viele Menschen berichten nach einer Fastenzeit über eine ganze Reihe positiver Effekte:

  • Überflüssige Pfunde verschwinden – besonders das hartnäckige Bauchfett
  • Nach dem Fasten fühlen sich viele energiegeladener und klarer im Kopf
  • Die zelluläre Selbstreinigung (Autophagie) wird aktiviert – ein Prozess, der als verjüngend gilt und Krankheiten vorbeugen kann
  • Auch bei bestimmten chronischen Beschwerden kann Fasten unterstützend wirken. Häufig beobachtet werden zum Beispiel: 
    • Normalisierung des Blutdrucks
    • Verbesserung von Blutzucker und Blutfetten
    • Rückbildung einer Fettleber
    • Linderung bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma, Neurodermitis, Schuppenflechte
    • Allergien können sich verbessern

 

Wer fasten kann – und wer vorher unbedingt mit dem Arzt sprechen sollte

Grundsätzlich gilt: Gesunde Erwachsene können ein Kurzzeitfasten auch ohne ärztliche Begleitung durchführen. Wenn jedoch bereits Vorerkrankungen bestehen oder regelmäßig verschreibungs-pflichtige Medikamente eingenommen werden – etwa gegen Bluthochdruck oder Diabetes – sollte das Fasten vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Aufgrund der blutdruck- und blutzuckersenkenden Wirkung des Fastens müssen Medikamente häufig angepasst bzw. reduziert werden  -  und genau das ist oft ein erwünschter Effekt.

Nicht fasten dürfen:

  • Kinder und Jugendliche
  • Schwangere und Stillende
  • Menschen mit Leber- oder Nierenschwäche
  • Personen mit Schilddrüsenüberfunktion
  • Menschen mit Essstörungen wie Magersucht

2. Vorbereitung ist alles - so starten Anfänger entspannt ins Fasten

Die unterschätzten Entlastungstage – warum sie das Fasten deutlich leichter machen

Ein gelungener Start ins Fasten beginnt nicht am ersten Fastentag, sondern schon einige Tage vorher. Ich empfehle mindestens drei Entlastungstage. In dieser Zeit stellen Sie Ihre Ernährung bereits um und bereiten Körper und Geist sanft auf die kommende Fastenzeit vor. Das bedeutet:

  • leichte pflanzliche Kost
  • kleinere Portionen
  • möglichst naturbelassenes Essen

Ideal sind zum Beispiel: Salate, Gemüsegerichte, Kartoffeln, Obst

Worauf Sie in dieser Phase möglichst verzichten sollten: Zucker, Weißmehlprodukte, Fleisch, Alkohol

Ein wichtiger Hinweis für Kaffee- und Schwarztee-Trinker:
Reduzieren Sie Ihren Konsum schrittweise. Wer von heute auf morgen von mehreren Tassen auf null geht, bekommt beim Fastenstart oft Kopfschmerzen – klassische Entzugserscheinungen.

 

Die richtige Fastenverpflegung und was Sie vorher einkaufen sollten

Nutzen Sie die Entlastungstage, um Ihre Fastenverpflegung zu planen Sie können entweder: 

  •  fertige Gemüse- und Obstsäfte in Bio-Qualität kaufen
  •  oder frische Zutaten besorgen und die Säfte selbst pressen (falls Sie eine Saftpresse besitzen)

Beliebte Kombinationen sind zum Beispiel: Möhre–Apfel, Möhre–Apfel–Rote Bete, Birne–Kiwi–Fenchel.

Bitte beachten: Säfte immer verdünnt trinken! Ein gutes Mischungsverhältnis: 180 ml Saft + 70 ml Wasser.

 

Die klassische Fastenbrühe: Wärmend, mineralstoffreich und erstaunlich lecker

Für die Fastenbrühe eignen sich besonders:

  • Möhren
  • Sellerie
  • Lauch
  • Kartoffeln
  • Petersilie
  • etwas Liebstöckel

Das Gemüse klein schneiden, mit Wasser bedecken, einmal aufkochen und anschließend etwa drei Stunden sanft köcheln lassen. Danach wird alles durch ein feines Sieb passiert. Übrig bleibt eine klare, aromatische Brühe, die sich im Kühlschrank zwei bis drei Tage hält.

Diese kleinen Helfer erleichtern Ihre Fastenzeit enorm

Folgende Dinge sollten Sie in der Fastenzeit griffbereit haben:

  • Wärmflasche und Leinentuch für den Leberwickel
  • Natron oder basisches Mineralsalz für basische Fußbäder
  • Trockenbürste mit Naturborsten für Körperbürstungen
  • Basenpulver zum Einnehmen mit Mineralien und Spurenelementen
  • Glaubersalz für die Darmentleerung 

3. Fasten für Anfänger: Warum und wie der Darm gereingt wird

Der Start ins Fasten beginnt mit einer gründlichen Darmentleerung – meist mithilfe von Glaubersalz. 

Warum das so wichtig ist?

  • Der Körper kommt schneller in den Fastenstoffwechsel
  • Der Darm stellt seine Aktivität weitgehend ein und kann regenerieren
  • Ein leerer Darm bedeutet meist auch: kein Hungergefühl

Dosierung:

ca. 25 g: geringes Körpergewicht, niedriger Blutdruck, häufiger Stuhldrang

ca. 30 g: geringes Körpergewicht oder niedriger Blutdruck

bis 40 g: normal- oder schwergewichtige Personen mit trägem Stuhlgang

Zubereitung:

  • Glaubersalz in etwas warmem Wasser auflösen
  • mit kaltem Wasser auf 500 ml auffüllen
  • optional etwas Sirup hinzufügen (gegen den sehr salzigen Geschmack)
  • innerhalb von etwa 20 Minuten schluckweise trinken
  • Hilfreich ist zusätzlich: etwa 500 ml Pfefferminztee trinken

Die Wirkung setzt meist nach 1 bis 3 Stunden ein – oft in mehreren durchfallartigen Entleerungen.

Da Glaubersalz dem Körper Flüssigkeit entzieht, sollten Sie anschließend ausreichend Wasser trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

4. So laufen die Fastentag nach Buchinger ab

Fasten funktioniert am besten mit Struktur. Ein klarer Tagesrhythmus hilft Körper und Geist, sich auf die besondere Situation einzustellen. Hier ein beispielhafter Tagesablauf – angelehnt an meine FASTENFREUND-Fastenauszeiten:

 

07:30 Uhr – Aufstehen

Vor dem Duschen den Körper etwa 10 Minuten trocken bürsten, beginnend an Füßen und Beinen in Richtung Herz. Das regt die Durchblutung an, entfernt Hautschuppen und unterstützt die Ausscheidung über die Haut. Danach: eine Tasse Kräutertee.

 

08:15 Uhr – Sanfte Bewegung

Etwa 15 Minuten leichte Gymnastik oder Morgenbewegung an der frischen Luft bringen den Kreislauf in Schwung.

 

08:30 Uhr – „Frühstück“

Ein Glas verdünnter Gemüse-Obstsaft (ca. 250 ml).
Am besten löffeln statt trinken – langsam, achtsam und mit Genuss.

 

09:30 Uhr – Bewegung in der Natur

Eine 2- bis 3-stündige Wanderung ist ideal. Bewegung unterstützt den Stoffwechsel – und die Natur tut auch der Seele gut.

 

12:30 Uhr – Zitronenschnitze

Ein paar Zitronenschnitze aussaugen (die Fasern bitte nicht essen). Zitronen wirken im Stoffwechsel basisch und helfen dabei, die beim Fettabbau entstehenden Säuren zu puffern.

 

13:00 Uhr – Leberwickel

Der feucht-warme Leberwickel unterstützt das wichtigste Entgiftungsorgan des Körpers. So geht’s:

  • Wärmflasche zur Hälfte mit heißem Wasser füllen
  • feuchtes Leinentuch darum legen
  • auf den rechten Oberbauch platzieren
  • mit einem Handtuch fixieren

Besonders angenehm wirkt der Leberwickel während eines Mittagsschlafs. Mindestens 20 Minuten, gern auch länger.

 

Nachmittags - Jetzt ist Zeit für alles, was gut tut

  • Sauna (ab dem 3. Fastentag)
  • Yoga und Mediatation
  • Entspannungsübungen (Traumreisen, Progressive Muskelentspannung)
  • Massagen
  • oder ein basisches Fußbad (Fußwanne zur Hälfte mit heißem Wasser befüllen, drei Teelöffel Natron zugeben, Füße etwa 45 Minuten darin baden)

 

18:00 Uhr – Abendliche Fastenbrühe

Ein bis zwei Tassen warme Gemüsebrühe – langsam und bewusst genießen.

 

Abends - Zeit für Dinge, die im Alltag oft zu kurz kommen

  • ein gutes Buch lesen
  • schöne Musik hören
  • inspirierende Gespräche führen

 

Ganz wichtig - viel trinken! Während des Fastens sollten Sie täglich etwa 2–3 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Am besten starten Sie den Tag direkt mit ein bis zwei Gläsern warmem Wasser. Wenn Sie sich unwohl fühlen  oder Hunger verspüren, stellen Sie sich zuerst eine einfache Frage: Habe ich genug getrunken? Oft hilft bereits eine Tasse warmer Kräutertee, um den Magen zu beruhigen.

5. Fastenbrechen und Kostaufbau

Traditionell wird das Fasten mit einem Apfel beendet. Alternativ gehen auch Birne oder Möhre

Dieses erste Essen sollten Sie bewusst zelebrieren:

  • Tisch schön decken
  • vielleicht eine Kerze anzünden
  • sich Zeit nehmen

Kauen Sie jeden Bissen sehr gründlich und achten Sie auf Ihr Sättigungsgefühl. Viele Menschen stellen überrascht fest, dass sie nicht einmal einen ganzen Apfel schaffen.

 

Die Aufbautage - die vielleicht wichtigste Phase der Fastenkur

Auf fünf Fastentagen sollten mindestens drei Aufbautage folgen, in denen Sie die Kalorienmenge langsam steigern.

Tag 1

  • morgens: Apfel
  • mittags: etwas Rohkost
  • abends: Gemüsebrühe ( püriert oder mit Gemüseeinlage)

Tag 2 und 3

  • morgens: Joghurt mit Früchten und Leinsamen, optional Haferflocken, oder herzhaft: Knäckebrot mit Kräuterquark und Tomate oder Gurke
  • mittags: Blattsalate und Rohkost mit etwas Öl, Zitronensaft oder Apfelessig
  • abends: warme Gemüsegerichte mit Pell- oder Salzkartoffeln

In den Aufbautagen gilt: Fett und Eiweiß sparsam einsetzen, überwiegend pflanzlich und ballaststoffreich essen. Noch vermeiden: Zucker, Alkohol, Fleisch, Hülsenfrüchte, stark blähendes Gemüse wie Kohl.

Viele unterschätzen die Bedeutung der Aufbautage – dabei sind sie der Schlüssel zum nachhaltigen Fastenerfolg! Sie sorgen dafür, dass:

  • sich der Körper wieder sanft an feste Nahrung gewöhnt
  • Verdauungsprobleme vermieden werden
  • neue, gesündere Essgewohnheiten entstehen!

Deshalb dürfen die Aufbautage ruhig eine Woche oder länger dauern. Je bewusster Sie diese Phase gestalten, desto größer ist die Chance, dass die positiven Effekte des Fastens lange erhalten bleiben.

 

Über die Autorin

Annette Menke  ist geprüfte Fastenleiterin der Deutschen Fastenakademie. Sie ist Gründerin von FASTENFREUND und leitet seit 10 Jahren Fastenkurse am Möhnesee, in der Lüneburger Heide und auf Sylt. Ihr Schwerpunkt sind Fasten-Auszeiten nach Dr. Otto Buchinger, die sie mit Achtsamkeitspraktiken verbindet. Außerdem ist sie Beraterin für Darmgesundheit und Yoga-Lehrerin. Hier schreibt sie  über wissenschaftliche und praktische Aspekte des Fastens, gesunde Ernährung und Selbstregulierung.

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